Die Wandermenagerie in Apolda
Das Unglück nimmt seinen Lauf
Was danach geschah      Der Prozess
Wo ist Miss Baba jetzt?


Fremdländische Wildtiere in Gefangenschaft vor neugierigen Zuschauern zu zeigen,
kam verstärkt im 17. und 18. Jahrhundert in Mode. Allerlei fahrendes Volk zog damals
durch das Land, um Darbietungen als Bärenführer, Gaukler oder Komödianten zu
klingender Münze zu machen. Auch Wandermenagerien gehörten dazu, mit ver-
schiedensten Tieren aus aller Herren Länder. Der Eröffnung von Tiergärten in den
großen Städten Anfang des 19. Jahrhunderts ist es geschuldet, das diese Wander-
menagerien verstärkt durch die Provinzen kamen, um ihre Tiere zu zeigen. Ein solche
Menagerie gehörte auch der Familie Kreutzberg, welche nachweisbar seit ca. 1854 in
Thüringen umherzog. Belege über geschäftliche Beziehungen mit dem Gothaer
Naturalienkabinett und verschiedene Zeitungsanzeigen zeugen davon.

Zu Beginn des Jahres 1857 gastierte die Kreutzberg´sche Tierschau in Apolda. Der
Star war eine indische Elefantendame: genannt "Miss Baba". Plakate verkündeten
folgenden Hinweis in Apolda: (Gemeint ist der 13. - 15. Februar 1857)



Ob dieses Gastspiel ein Erfolg gewesen ist, wird nicht näher beschrieben. 
Angekündigt waren zwar 3 Tage Vorstellung, aber es waren dann doch nur 2 Tage
daraus geworden. Das nächste Ziel der Elefantendame war die Stadt Buttstädt, wo
sie auf dem Jahrmarkt gezeigt werden sollte.


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                                        Freitag, 13. Februar 1857:
Am Abend nach der Tierdressur wird Miss Baba bei der Witwe Burckhardt in der
Schuhgasse (der früheren und heutigen Ritterstraße) untergebracht. Leider war die
Elefantendame sehr gefräßig und spürte die Verlockung von neben ihren Quartier
untergebrachten Runkelrüben. Nach Überlieferungen drückte sie mit ihrem Hinterteil
eine Wand ein (bei den Lehmbauten früherer Tage sicherlich für so ein Tier kein
Hindernis) - es kann allerdings auch nur eine Bretterwand gewesen sein und kam so
zu einem großzügigen Nachtmahl. Das die Rüben in dieser Jahreszeit allerdings
gefroren waren, störte Miss Baba nicht so richtig.

                                      Samstag, 14. Februar 1857:
Als der Schaden vom nächtlichen Appetit des Elefanten am frühen Morgen bemerkt
wurde, war das Geschrei natürlich groß. Der Streit zog sich über den ganzen Tag hin,
schließlich musste der Herr Kreutzberg für seinen Elefanten bezahlen. Frustriert
brach er seine Elefantenshow in Apolda ab und bereitete die Reise nach Buttstädt
vor. Um den Elefanten während der Überführung zum nächsten Ort vor neugierigen
Blicken zu schützen, wurde er in einen bodenlosen, mit Holz verkleideten Wagen
gesperrt. Das Sehen des Dickhäuters war ja gerade das Geschäft und das konnte
man sich nur so erhalten.

Am Abend, im Schutze der Dunkelheit ging es dann los. Allerdings waren Führer und
Geführte nicht so glücklich bei der Abreise: Menageriebesitzer Kreutzberg trauerte
seinem Geld nach, was er für die Freßorgie bezahlt hatte und Miss Baba litt an
Verdauungsbeschwerden nach dieser übergroßen, ach so leckeren Mahlzeit.

Sie kamen nur schleppend voran und in Niederroßla merkte auch der Elefanten-
besitzer, das hier was nicht stimmte und es Miss Baba schlecht ging. Diese wurde
von heftigen Koliken heimgesucht und konnte nicht mehr. In der Nähe der Ilmbrücke
brach sie dann zusammen. Nichts half, den Dickhäuter wieder auf die Füße zu
stellen.

                                      Sonntag, 15. Februar 1857:
Mittlerweile hatten sich auch ein paar Schaulustige aus dem Ort eingefunden, die
meisten waren Mitglieder des Gesangsvereines und boten ihre Hilfe an. Angesichts
der mitternächtlichen Stunde waren sie nach ihrer "Probe" natürlich nicht mehr sehr
nüchtern und trieben auch ihren Schabernack mit der kranken Miss Baba. Sie
ärgerten den Elefanten und leuchteten mit Laternen unter den Wagen. Jetzt geht nun
Dichtung und Wahrheit etwas auseinander. Angeblich soll sich durch das Necken der
Elefant so erschrocken haben, das er den Laufstall selbst zertrümmerte. Dabei hätte
er sich so ernsthaft verletzt, das er später daran starb. Andere Überlieferungen be-
sagen, der Besitzer ließ den Wagen abbauen, um das Tier zu entlasten. Damit wurde
die kranke Elefantendame wenigstens vom Stall befreit, die Koliken wurden aber nicht
weniger. Immer mehr Schaulustige kamen dazu, darunter auch einige Gemeinde-
vertreter. Diese sollen dann auch die Parole ausgegeben haben, das todkranke Tier
sollte aus Niederroßla heraus, also über die Ortsgrenze, um finanzielle Schäden von
der Gemeinde abzuwenden.
Das brauchte man der angeheiterten Schar nicht zweimal zu sagen: Bewaffnet mit
Stöcken und Stangen bewegten sie den armen Elefanten auf die Füße und trieben
ihn die Hauptstraße entlang in Richtung Wersdorf. Der Besitzer versuchte vergeblich,
die Männer von ihrem Vorhaben abzuhalten. Als am Ortsausgang die Straße steiler
wurde, war es dann für die Elefantendame zuviel - sie brach zusammen und hauchte
ihr Leben aus. Welche Darstellung der letzten Meter bis zur Todesstelle nun genauer
sind ? Es wird in mündlichen Überlieferungen gern etwas dick aufgetragen.
In Zeitungsberichten wird später noch etwas zur Todesursache geschrieben.
Am gleichen Tag wird die 80 Zentner (also 4 Tonnen) schwere Leiche von Miss Baba
zum Apoldaer Bahnhof geschafft. Der Körper soll nach Berlin zum Ausstopfen ge-
schafft und danach ausgestellt werden. Das kam aber nicht zustande, der tote
Elefant kam nach Jena und wurde dort präpariert.

Im Apoldaischen Wochenblatt steht am 16.02.1857 folgende Anzeige:



Apolda 15. Febr. Soeben wird die Leiche einer sehr gewichtigen Miss durch die
Straßen unserer Stadt nach dem Bahnhof geführt. Es ist der Riesen-Elephant, Miss
Baba, welcher zwei Tage lang hier gezeigt wurde und gestern Nacht von hier nach
Buttstädt geführt werden sollte, um auf dem dasigen Jahrmarkt in der Kreutz-
berg'schen Menagerie ausgestellt zu werden. Der Transport geschah der Sicherheit
wegen Nachts, wie gewöhnlich in einem großen Wagen, in welchem der Elefant ging.
Gerade diese Vorsicht hat jedoch einen Unfall veranlaßt. Als nämlich der Wagen von
dem Wärter und dem Führer begleitet, nach Niederroßla kommt, fällt es einigen,
wahrscheinlich nicht ganz nüchternen Einwohnern ein, den Elephanten in seinem
Behältnis zu necken und mit Laternen unter den Wagen zu leuchten. Man sagt
sogar, daß er auf den Rüssel geschlagen worden sei. Das Thier scheint darüber
erschrocken zu sein, geräth in Wuth und zertrümmert den Wagen. Jedenfalls hat es
sich hierbei ein Gefäß zersprengt; denn es stürzt zusammen und bleibt auf der
Stelle todt. Der Körper soll nach Berlin geschafft werden, woselbst die Haut ausge-
stopft und das Skelett im Museum aufbewahrt werden wird, da das Thier eines der
größten seiner Art war.


Das ist nun die Geschichte der Elefantendame Miss Baba.
Woher kommt allerdings der Begriff "Elefantenkitzler" oder "Kitzelbacher"? Bitte lesen Sie weiter!

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Das tragische Elefantenschicksal sorgte natürlich überall für Gesprächsstoff. Zahl-
reiche Zeitungen berichteten über den Hergang in Niederroßla. Das Apoldaische
Mittwochsblatt schreibt auf dem Titel vom 18.02.1857 folgendes Gedicht:




Der todte Elephant

Was wälzt das Volk sich durch die Gassen
In solchen ungeheuren Massen ?
Ist eine Dame denn zu sehn
Voll Geist und Herz und engelschön,
Die uns durch ihren Geist entzückt,
Durch ihre Schönheit uns beglückt,
Ein Mädchen, wie in vielen Reichen,
Sie nimmermehr hat ihresgleichen ?

Ist denn vielleicht aus fernen Lande,
Von einem unbekanntem Strande
Ein König, ein Prophet, erschienen,
Dem ehrfurchtsvoll die Menschen dienen,
Aus dessen Munde Weisheit fleußt
Und dessen hocherhab´ner Geist
Sich schnell auf jene überträgt,
Die sich zu ihm im Flug bewegt ?

Oder erschien ein reicher Lord
Von Englands oder Schottlands Grenzen,
In dessen Händen "Füchse" glänzen,
Die er euch reicht mit mildem Wort ?
Dann wundert mich nicht dieses Rennen,
Durch Straßen voll von Schmutz und Koth,
Von Menschen, deren Wangen brennen
Von einem fieberhaften Roth.
Sie eilen, Gelder zu erhaschen,
Zu füllen ihre leeren Taschen,
Zu stillen ihre Hungersnoth.

Nein, das ist´s nicht! Nicht eine Schöne
Von Reiz und Geist ist hier zu sehn;
Nicht ein Prophet, deß Mundes Töne
Den Geist erfrischend, klar umwehn;
Kein Mann, der Gold mit vollen Händen
In die erhitzte Menge streut,
Um das das Volk an allen Enden
Sich bückt, und prügelnd darum schreit.

Nein ! Nicht begeisternd und erhaben
Ist der besuchte Gegenstand,
An dem sich Aller Augen laben:
"Es ist ein toter Elefant."
Um ihn zu sehn rennt durch die Gassen
Das Volk in furchtbar schmutz´gen Massen
Und geht befriedigt von dem Aase
Mit einer übervollen Nase. -
Von dem seit gestern Stadt und Land
Sich unterhalten, zanken, streiten,
Bis andere solche Neuigkeiten
Den Geist beschäft´gen, der so leicht
Sich unter´s Joch des Zufalls beugt.

Apolda.                                  Lorenz Engelhardt.


Man kann nur staunen, was in kurzer Zeit nach Miss Baba´s Tod unternommen
wurde, um die Geschichte auszuschlachten. So gab es mehrere Aufführungen des
Apoldaer Laientheaters: "Große Aufführung des Elephanten-Sturzes bei Niederroßla"
in der Gaststätte "Zur Weintraube"




(Apoldaer Wochenblatt vom 23.02.1857).


Weiterhin gab es in der Musikalienhandlung Lauth "Das Elephanten-Lied für eine
Singstimme mit Begleitung des Pianoforte und der Guitarre" zu erwerben. Das
Apoldaer Wochenblatt druckte mehrere Gedichte über Miss Baba ab. Neben dem
schon oben geschriebenen auch zum Beispiel am 09.03.1857 folgendes:




Elegie auf den Tod des Elephanten.

Schlummre sanft ! Im Lenze Deines Lebens
Riß der Tod gewaltsam dich dahin,
Ohngeachtet Deines regen Strebens,
Schonungslos, Dich, Wüstenherrscherin.
Heil sei Dir! Du wirktest nicht vergebens,
Tausende nennen Deinen Heldensinn.
Diese Tausend, BABA, sieh, sie trauern,
In den Herzen scheinst du fortzudauern.
                                                        I.K.

War das nicht schön? Na ja, ein wenig kitschig war es schon, aber es passte in die
damalige Zeit. Eines machte diese Geschichte aber auch noch:

Niederroßla weitbekannt in Thüringen !

Wissen Sie immer noch nicht, warum Niederroßlaer auch
"Kitzelbacher" oder "Elefantenkitzler" heißen?
Dann müssen Sie noch etwas lesen.

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Natürlich hatte der Niederroßlaer Elefanten-Sturz auch ein gerichtliches Nachspiel.
Der Menageriebesitzer Kreutzberg verlor das beste Stück seiner Tierschau und ver-
klagte deshalb die Niederroßlaer Sänger am Landgericht in Weimar auf Schadens-
ersatz. In der Klageschrift heißt es, die Sänger haben den Tod des Elefanten mit
Schlägen und Geschrei verursacht. Miss Baba sei darüber in übermäßige Erregung
geraten und am Schlaganfall verschieden. Die Sänger befürchteten natürlich das
Schlimmste für sich und ihren Geldbeutel. Einige von ihnen wollten sogleich öffentlich
erklären, das sie gar nichts mit der Sache zu tun hatten:

Im Apoldaer Wochenblatt war am 23.02.1857 zu lesen:

Bekanntmachung
Da das Gerücht verbreitet ist, als sei ich bei der Aufhaltung des
Elephanten zu Niederroßla beteiligt gewesen, so erkläre ich hiermit,
daß dieses Gerede nur von bösen Zungen herrührt, und bitte, mich mit
dergleichen Unwahrheiten zu verschonen.
Niederroßla, 20.Februar 1857                R. Cämmerer.  

Eine gute Belohnung, bei Verschweigen seines Namens sichere ich
Demjenigen zu, der mir den Verläumder so anzeigt, daß ich ihn belangen
kann, der das Gerücht ausgesprengt hat, daß ich und mein Sohn in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar mit auf der Straße uns befunden
hätten.                                                                       Carl Schalling.

und in gleicher Zeitung am 02.03.1857 war zu lesen:


Wer mir Denjenigen anzeigt, der das Gerücht verbreitet hat, als
wäre ich bei der Aufhaltung des Elephanten zugegen gewesen, so daß ich
ihn gerichtlich belangen kann, sichere ich unter Verschweigung seines
Namens eine Belohnung zu.
Niederroßla, den 28. Februar 1857                           Gustav Schalling.

Währenddessen wurde auch an der Todesursache von Miss Baba geforscht.
Über erste Untersuchungsergebnisse schreibt die Zeitung "Deutschland. Allgemeine politische Zeitung mit Tage- und Gemeindeblatt" vom 24.02.1857:

Der unweit Niederroßla verendete Elephant Miß-Baba, der vor seiner Abführung nach
Jena viel Zulauf hatte, ist nach Aussage eines Thierarztes am Milzbrand gestorben.
Er hatte schon früher gekränkelt, der Tod ist nicht durch Trunkenheit von Bewohnern
Niederroßla's und angeblichen Misshandlungen herbeigeführt worden. Denn er stürzte
¼ Stunde hinter Niederroßla volle zwei Stunden nach Beleuchten und zertrümmerte
dabei den Wagen, nachdem er schon ehe er Niederroßla erreichte, Blutspuren auf
der Straße hinterlassen hatte.

und an gleicher Stelle am 25.02.1857 heißt es:

Die Redaktion empfing heute folgende Zuschrift: In der heutigen Nummer Ihres
Blattes ist die Nachricht enthalten, daß ein Thierarzt über den bei Niederroßla
umgekommenen und nach Jena transportierten Elephanten sich dahin geäußert
habe, das Thier sei dem Milzbrand erlegen. Bei der hohen Tragweite einer solchen
Ansicht in sanitätspolizeilichen Betrachte mag hier wenigstens die Bemerkung am
Platzte sein, daß in Heusinger's großem Werke über die Milzbrandkrankheit ein
vollständiges Register über alle Thierarten enthalten ist, bei denen jemals Milzbrand
beobachtet wurde, der Elephant aber in diesem Register nicht genannt wird. Dr. Th.

Ein vom Gericht bestellter Veterinär hatte die Leichenschau an dem Elefanten in Jena
durchgeführt und große Mengen an Runkelrüben im Magen gefunden. Als Diagnose
wurde deshalb Tod durch Überfütterung festgestellt.
Das Gericht wies daraufhin nach 2-jähriger Bearbeitung die Klage ab; die Sänger
wurden lediglich zur Übernahme der halben Kosten des Elefantenprozesses in Höhe
von 7 Thalern, 2 Groschen und 9 Pfennige herangezogen. Allerdings kamen Einzel-
heiten des Prozesses in die Öffentlichkeit. Dabei hatten die Sänger die Behandlung
des Elefanten am Abend des 14./15. Februar 1857 als reine "Kitzelei" herunter-
gespielt. Fortan wurden sie in Nah und Fern als "Elefantenkitzler" bezeichnet. Der Ort
Niederroßla auch "Kitzelbach" genannt. Hörten das die Einwohner am Anfang gar
nicht so gern - wobei es zu einigen Handgreiflichkeiten mit Apoldarer Bürgern kam -
gewöhnte man sich doch rasch an diesen Namen.


Jetzt wissen Sie´s !

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Wie ging es dann weiter mit den sterblichen Überresten von
Miss Baba?


Wie schon erwähnt, kam sie nach ihrem Tod nach Jena zur Obduktion und wurde
an das Anatomische Institut der Universität Jena verkauft. Dort bestand Interesse
am Schädel und an Skeletteilen. Diese befinden sich auch heute noch im Phylet-
ischen Museum in Jena. Außerdem wurde die Haut von A. Hellmann und E. Mädel
präpariert und für 25 Thaler an das Naturhistorische Museum in Gotha verkauft. Dort
wurde sie ausgestopft und auf dem Vorplatz des "Naturalien-Cabinets" bis 1879
gezeigt. Nach der Fertigstellung des Herzoglichen Museums im Gothaer Schloßpark
fand sie einen schönen Platz in einem prachtvollem Ausstellungsraum.
Im Jahre 1945 wurde es wieder turbulent um Miss Baba. Thüringen war von den
Amerikanern besetzt worden und diese hatten nichts besseres vor, als die gute alte
Miss Baba von ihrer "Thüringen-Safari" (wie es manche Amerikaner nach Hause
schrieben) mit in die Vereinigten Staaten zu nehmen ! Man schaffte ihn nach Ohrdruf,
zum Sammelpunkt auf den Weg in die USA.
Weil der Elefant zu groß für einen Waggon war, schnitt man ihm kurzerhand in Gotha
die Beine ab. In Ohrdruf wurde er aber dann doch zurückgelassen. Das Einzige, was
mit nach Amerika ging, waren seine nachgebildeten Stoßzähne. Erst 1950 ging es
zurück nach Gotha. Zwar wurden die Beine wieder angesetzt, aber der Platz im
Museum war schon besetzt. Also ging es ins Lager. Im Jahre 1957, es wird bei den
Elefantenfesten noch näher darüber berichtet, kam die Elefantendame nach 100
Jahren wieder nach Niederroßla zurück. (Diesmal wurde sie allerdings gefahren und
brauchte nicht zu laufen) Hier wurde Miss Baba bis 1979 aufbewahrt, kam dann aber
als Mittelpunkt einer Sonderausstellung zurück nach Gotha.
1982, zum 125. Jubiläum war sie wieder in Niederroßla, ebenfalls 1996 zur 1000-Jahr
-Feier der Gemeinde.


  
 
 

Mittlerweile ist es wieder recht lebhaft geworden um die alte Dame: Im Rahmen der
Sonderausstellung "Marina und andere Elephanten" im Phyletischen Museum zu
Jena ist das Skelett von Miss Baba aus über 200 Einzelteilen wieder "zusammen-
gepuzzelt" worden. Von dort kam es zum Elefantenfest 2007 auf ein Wiedersehen
nach Niederroßla- ein historischer Höhepunkt bahnte sich an: Haut und Knochen
waren dort erstmals nach 150 Jahren wieder gemeinsam zu sehen!
Danach war die äußere Hülle unseres Elefanten wieder im Museum für Natur in Gotha
zu sehen. Nach dem Umzug in das Schloss Friedensstein Gotha wurde sie noch
einmal in einer Sonderausstellung gezeigt, seit dem steht sie vermutlich im Magazin
des Museums bereit.


    

(Beide Bilder entstanden mit freundlicher Genehmigung des jeweiligen Museums)

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